"Schweizer
Manga-Szene immernoch klein"
In Uster fand zum zweiten Mal ein internationales
Treffen von Freunden dieser japanischen Comicform
statt
jcg. Stundenlang japanische Manga-Filme anschauen,
ein ganzes Wochenede lang bradaktuelle Videospiele
spielen und dazu original japanisches Essen
und jede Menge Spass: Die jüngste "Japani
MangaNight" im Freizeit- und Jugendzentrum
Uster machte es am Samstag und Sonntag möglich.
Rund 200 Manga-(Comic-)Fans waren nach Uster
gereist, um sich am Samstag und Sonntag zur
vierten "Japani MangaNight" im Freizeit-
und Jugendzentrum Uster (Frjz) zu treffen. Aus
der ganzen Schweiz kamen sie gefahren, und sogar
aus Deutschland, Österreich und Frankreich
waren Delegationen vertreten. Die jüngsten
Gäste waren 16-jährig, die ältesten
über 40. Der Frauenanteil betrug gut 50
Prozent.
Kistenweise Lebensmittel aus Yokohama
Die vier Stockwerke des Frjz wurden für
dieses Wochenende mit Technik vollgestopft.
Prachtstücke waren die Sony-Spielkonsolen
sowie die vier Meter grosse Leinwand mit Tribüne.
Auf deren Sofas wurde dann auch gejohlt wie
beim Fussballmatch...
Im Mittelpunkt stand natrürlich das Betrachten
der japanischen Manga-Animationsfilme. Da die
Japaner grosse Geschichtenerzähler sind,
werden die meisten Manga-Filme in 13er oder
26er Serien ausgestrahlt.
Die Filme wurden thematisch aufgeteilt. Und
sei's Comedy, Action, Frauenthemen, Science-Fiction
oder Sport - es war für jeden Geschmack
etwas dabei. Daneben wurden spezielle brandaktuelle
Videospiele angeboten, und natürlich durfe
auch eine Karaoke-Runde nicht fehlen.
Unter den Teilnehmern tauchten auch Hardliner
auf, welche beispielsweise als Samurai oder
als mittelarterliche Ritter verkleidet waren.
Kulinarisch war ebenfalls Japan Trumpf: 600
Flaschen Getränke und kistenweise Lebensmittel
hatten die Veranstalter von ihren Freunden in
Yokohama kommen lassen. Das Küchenteam
bot 19 verschiedene Gerichte an, vom Schnitzelbrot
bis zum opulenten Spiessli an. Tabu war dagegen
während des ganzen Wochenedes Alkohol.
Sich über das Internet kennen
gelernt
"Dieser Anlass wird vom Trägerverein
durchgeführt, den wir im Juni 2003 zur
Durchführung dieser Conventions gegründet
haben", hielt der Vereinspräsident
und OK-Koordinator Lukas Zuberbühler aus
Kloten fest. "Unsere Gruppe ist aus einem
Kollegenkreis entstanden, der sich im Internet,
auf www.mangaforum.org, kennengelernt hat."
Bereits zum zweiten Mal geniesse man nun das
Gastrecht im Ustemer Frjz.
Doch obwohl man jedes Mal mehr Gäste begrüssen
dürfe, sei die hiesige Manga-Szene im internationalen
Vergleich immer noch klein. In Deutschland gebe
es Conventions mit mehreren 1000 Teilnehmern,
und in Frankreich seien "dessins animés"
als Teil der Kultur sowieso schon länger
akzeptiert als bei uns. |